A, B, C
Ich will die Wandzeitung bestimmt nicht vernachlässigen, aber in den letzten Wochen führten unglückliche (wie mans nimmt) Umstände zu recht wenigen Beiträgen: 1. gibt es im Studio viel zu tun, 2. muss ich seit einer (gefühlt unendlich langen) Woche ohne Rechner auskommen. Das Sauding wartet beim »iCentre«-Apple-Certified-Support-Fuzzie auf eine neue Festplatte, während ich zuhause bange, ob TimeMachine seinem Namen gerecht wird.
Es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Diesen Freitag feiern wir A, B und C — Alkohol, Bitterballen und Playlist-Classics. Schon seit einem Jahr gibt es eine Playlist mit fünfzehn Stücken — immer donnerstags bringt man einen neuen mit, löscht dafür einen alten. Aus den Am-längsten-nicht-gelöschten schustert nun jeder seine Top 10, aus der Freitag ein bunter Nachmittag gemischt wird. Hier ist meine:
- The Horrors — Mirrors Image
- The XX — Infinity
- Joy Division — Dead Souls
- Portishead — The Rip
- Fever Ray — Coconut
- MGMT — Weekend Wars
- Pulp — Help the Aged
- James Holden — 10101
- Ratatat — 17 Years
- New Order — Ceremony
Post aus Indien
Immer nur Fotos aus Holland zeigen? Heute schmücke ich mich mit fremden Welten-, ähm, Indienbummler-Lorbeeren und präsentiere:

Dort gibt es Prawns, Meer, Wolken, es ist nicht so heiß — aber schwül, und auf besoffene/zugedröhnte Israeli-Goaraver Marke Uh-Uh-Uh-Uh-Uh-Uh-Goa-Zwerg-ja muss man auch nicht verzichten.
Jetzt, wo ich die Israelis erwähne, passt dir Karte eigentlich noch viel besser.
Meine Einschätzung europäischer Regensorten
Regen in Deutschland, normalerweise

Regen in Deutschland, schlimmstenfalls

Regen in den Niederlanden, gefühlt immer

Ich packe meinen Koffer und ich packe ein
Gerade packe ich zwei Dinge: Erstens den (unsagbar hässlichen, ich gestehe) Koffer, nein, Trolley, aus dem ich zehn Tage leben muss. Zweitens zwei kleine Mitbringsel für meine Freunde in Berlin.
Oh, und ich packe meine Tasche aus, mit den Fundstücken des Tages: Zeit, A letter to Robin Kinross und Briefpapier aus alten Landkarten. Nicht auf dem Foto: neon-orange-farbenes Kreppband — awesome!
I’m feeling rough, I’m feeling raw, I’m in the prime of my life
Es ist schon drei Tage alt, also nach Internet-Maßstäben von vorvorgestern (wenn ich genauer überlege, nicht nur nach solchen), aber ich will den Beitrag dennoch verlinken. Recht hat sie, die Franzi! Link — „Die MGMT Generation“
prime of my life, zum Beispiel am 16. Juli — manche waren im Laufe des Abends berauscht, wie dieses Foto (ich nicht):
Punkte • & Patterns
Diese Woche, vor den zehn freien Tagen — Berlin und Saarbrücken, ich kann garnicht oft genug erwähnen, dass ich mich darauf ziemlich freue — wollen wir im Studio zwei Kapitel abschließen. Seit einigen Tagen arbeite ich daher an einer Art Pattern-Bibliothek, damit wir mit konsistenten Mustern arbeiten können. Zwar sehe ich so langsam die Patterns vor lauter Punkten nicht mehr, aber es geht voran…
Von A nach B
zieht es mich vom 14. bis zum 18. November, ich habe nämlich große Sehnsucht nach Berlin. Bin ziemlich gespannt, was (und vor allem: wer — hoffentlich haben alle ins Auge gefassten Leute mal kurz Zeit zum treffen) mich dort erwartet!
Von Berlin aus geht die Reise weiter nach Saarbrücken, wo ich dann vom 18. bis zum Sonntag, den 22. ein paar Tage weile und hoffentlich viele Leute wieder wiedersehe. Jaja, ich war doch erst da, jaja, Heimweh und so — nein, alles falsch. Ich nutze einfach die letzte Chance, vor Weihnachten nochmal rauszufahren, denn im kompletten Dezember muss ich (Berufstätige und Marie-Pascale bitte weghören) freitags arbeiten und kann daher keine großen Trips mehr buchen.
Berlin-Tips und Saarbrücken-Tips bitte eifrig zusenden! Bis dahin —
Sonntagswandzeitung
Wie die Zeit vergeht — eine weitere Amsterdamer Woche neigt sich ihrem Ende zu, welches ich, im roten Sitzsack, mit Fernsehserien (fängt mit »S« an und hört mit »kins« auf, doch ist die zweite Staffel nicht ansatzweise so gut wie deren erste) und Reisefilmen verbringen werde. Bis dahin, hier in der Sonntagswandzeitung, eine Art Wochenrückblick (ist doch eine schöne Sache, ich glaube, das führe ich fort: jeden Sonntag eine Sonntagsausgabe).
Heute mit Geschichten aus dem Jordaan, von der Nordsee und dem Oosten.
Das mit Abstand schönste Erlebnis, ein kleines Detail, geschah eben im Café Winkel. Dort — im letzten Beitrag findet sich ein krieseliges Foto vom Noordermarkt mitsamt Café — saß ich zwei- dreimal und aß Apfelkuchen, dazu Kaffee, schwarz. Anschließend einen frischen Minztee, dazu die Zeitung (was für ein versnobbtes Ritual, ich weiß, aber irgendwie muss ich doch meiner Yuppiebude entsprechen) — und zwei Stunden dort verbrachte. Was ist jetzt so weltbewegendes passiert? Als ich vor ein paar Stunden angefietst kam hat mich die Kellnerin erinnert und weltselbstverständlich gesagt »Coffee and applepie.« und ich so »Yes!« »Black Coffee.« »Yes!!« »And the pie with cream« »Yes!!!« — als ich angemerkt habe, sie hätte ein ziemlich gutes Gedächtnis, haben wir beide gelacht. Ich verkläre diese Sache jetzt eine ganze Woche und freue mich darüber, wenn der Nebel und Amsterdams Feuchter Winter eigentlich recht wenig Grund zur Freude bieten. Im Winkel kehren jeden Tag immerhin Hundertschaften ein und aus, ich finde ihre Leistung schlicht bemerkenswert. Eine völlig objektive Sache.
Garnicht diese Woche passiert, dennoch schön und deshalb, bevor ich es ganz vergesse, schnell publik gemacht: An der Nordsee war es wunderbar. Mit Holger, der so lieb war und mir meine persönlichen Sachen hinterher lieferte, bin ich am Strand von Bergen an Zee entlangspaziert. Bergen ist ein pittoreskes Künstlerdorfje, Bergen an Zee Siebziger-Strandpromenade. Nicht unterkriegen heißt dann die Devise, salzige Seeluft genießen und sich über die Wellen freuen. Mein letztes Mal an der Nordsee, meinem Lieblingsmeer, war schon viel zu lange her. Gut dokumentiert wird mein Glück von folgendem Foto, dass Holger (ganz stolz) mit seiner feschen Lumix GH1 gemacht hat — ich ganz Friedrich-like, mit dem Rücken zum Betrachter und dem Blick nach vorn.
Mittlerweile weiß sicher jeder, dass ich auf einer Insel wohne, die Java-Eiland heißt. Schließlich erwähne ich es mindestens einmal pro Beitrag, und schwärme dauernd von Ruhe und Ausblick (das ist ein Teil der Taktik, mit der ich mir die Unsumme, die diese Bumsbude monatlich verschlingt, ablenke). Trotzdem fehlen hier gänzlich Bilder aus der Nachbarschaft, was ich hiermit nachhole. Gestatten: Die Wilde Mathide, das Café »Kanis en Meiland« und Szenen, die sich hier abspielen.
Oost heißt der Stadtteil, in dem ich arbeite, Joost Grootens der Architekt/Designer, in dessen Studioo diese Arbeit stattfindet. Das sind viele Oos, und mir fällt auf, dass ich noch garnicht davon erzählt habe.
Joosts Studio gestaltet Drucksachen, allermeistens Bücher, Bücher über Architektur, Künstler und Landkarten — Atlanten. Solche Atlanten sind immer ein großer organisatorischer Bollen, den man entwirren muss, bevor es zur Gestaltung und Umsetzung geht. Wie man sich leicht vorstellen kann, sind über hundert Karten schwieriger zu hüten, als ein Sack Flöhe.
Gerade arbeitet das Studio an einem Kartenwerk über den Palästinakonflikt, noch dieses Jahr wird der »Atlas of the Conflict« bei 010 Publishers erscheinen. Das ist ein heikles Thema, dessen Bewertung ich gerne Experten überlasse. Nichtsdestotrotz: daran arbeite ich wochentags momentan tagein, tagaus als Karten-Gestalter und Piktogramm-Organisator mit. Fordernd, manchmal unterhaltsam, immer inspirierend. Ich finde es klasse, mit Architekten und anderen Quereinsteigern gemeinsam an so einem Projekt zu arbeiten; der Ansatz ist so ganz anders als Kunsthochschul-Geschichten. Tut gut. Aber wißt ihr was: Ein bißchen vermisse ich die HBK doch, und freue mich insgeheim schon darauf, im nächsten Jahr wieder coole Sachen zu machen, die zwar nie jemand kaufen würde, aber total fancy aussehen.
the Horrors
The Horrors im Melkweg — heute. Von Mirrors Image bis zur letzten Zugabe Gloves großartig. Und: Sie spielten I only think of you. Klasse Konzert!
Mirror’s Image
Three Decades
Primary Colours
Who Can Say
Do you Remember?
New Ice Age
Scarlet Fields
I Only Think Of You
I Can’t Control Myself
Whole New Way
Sea Within A Sea
Encore:
Ghost Rider (Suicide cover)
———
Count in Five
Shenna Is A Parasite
Gloves











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